Eines der Themen, die mich persönlich sehr begeistern und zugleich auch belustigen. Ich möchte hier nur mal einen kleinen Denkanstoß geben. Wie immer sollen auf diesem Blog keine Antworten in Stein gemeißelt werden, sondern zum Denken anregen.

Wenn man sich im Fitness-Bereich diverse Abnehm-Methoden anschaut, kommt man immer wieder auf das Gleiche Ergebnis: Ein Kaloriendefizit kann der Schlüssel zur erfolgreichen Gewichtsreduktion sein. Man stellt sich schnell die Frage, was eigentlich Kalorien sind und ob eine Kalorie immer gleiche eine Kalorie ist. Vorab ein kleiner Hinweis, wenn wir hier von Kalorien sprechen, dann meinen wir Kilokalorien und verwenden nur aus Gründen der Vereinfachung den Begriff „Kalorien“.

Hierbei sollte man vielleicht ein wenig weiter ausholen und dieser Frage auf den Grund gehen. Wie bereits erwähnt, finde ich es immer wieder spannend, welche Meinungen dazu kursieren. Die Frage nach der Gleichheit von Kalorien ist mitunter ziemlich abstrus und sehr abstrakt. Sehr oft wird eigentlich etwas anderes damit gemeint, nämlich ob es egal ist, was man isst. Ganz einfach und vielleicht ein wenig plakativ formuliert. Es ist jedoch Fakt, dass sich hier zwei unterschiedliche Lager bekriegen. Zum einen gibt es die Meinung, dass es völlig egal ist, welche Nahrungsmittel man zuführt, Hauptsache die Gesamtkalorienanzahl stimmt. Die andere Meinung geht davon aus, dass es eben nicht nur auf die Kalorien ankommt, die man zuführt, sondern auch auf die enthaltenden Nährstoffe (deren Ursprung, Qualität etc.).

Ich lasse hier bewusst bestimmte Ernährungsweisen außen vor und möchte wirklich nur die grundlegenden Meinungen diskutieren. Um konkreter zu werden: Ist eine bestimmte Menge eines Schokoriegels gleichzusetzen mit einer bestimmten Menge an Bananen, wenn es um die Gewichtsreduktion (Fettreduktion) geht? Und hier wird es spannend, viele Leute sagen, dass es wirklich egal ist, die Energiemenge (kcal) wäre ja gleich. Die andere Meinung geht davon aus, dass es eben nicht egal sei, sondern die Banane viel mehr Makro- und Mikronährstoffe besitzt, ein anders Volumen etc.

Man könnte Bücher mit dieser Frage füllen, ich würde mich auch freuen, wenn eine Diskussion in den Comments entstehen würde, aber vorab meine persönliche Meinung und auch Erfahrung hierzu:

Als quantitative Einheit kann man Kalorien ohne weiteres gleichsetzen. Man redet über eine bestimmte Energiemenge, die dem Körper zugeführt wird. Hierbei ist es meiner Meinung nach wirklich egal, ob es nun Bananen oder Schokoriegel sind. 2000 Kilokalorien sind 2000 Kilokalorien und hier sind wir dann auch schon direkt in der Theorie angekommen. Wenn man aber mal in die reale Welt schaut und sich im Alltag umsieht, merkt man schnell, dass dieses Modell zwar in einer Gesamtbetrachtung funktioniert, nicht aber im Detail.

Man müsste eine vielfach höhere Menge an Bananen essen (ja essen, keine Smoothies! Vorsicht Falle …), um auf die 2000 Kilokalorien zu kommen. Daher ist es richtig, dass man in einer Mengeneinheit in der Gesamtbetrachtung (Wochen-/Tagesrhythmus) die Kalorien gleichsetzen kann, allerdings nicht in einer qualitativen Betrachtung. Wie schon erwähnt kann man seine Kalorien am Tag mit Schokoriegel und Limonaden decken, wie sieht es aber denn mit den Makro- und Mikronährstoffen aus? Hier ist es essentiell, dass der menschliche Körper Vitamine und Mineralstoffe aus guten natürlichen Quellen beziehen kann. Abgesehen von der kompletten Hormonproduktion, den Stoffwechselvorgängen im menschlichen Körper und auch noch andere Faktoren, sollte man immer das ganzheitliche Bild sehen: Gesundheit, Fitness und mentale Leistungsfähigkeit.

Wenn man die Dinge zu sehr mechanisch betrachtet und zum Beispiel einzig und allein (um mal im oben genannten Beispiel zu bleiben) ein Kaloriendefizit fährt, um abzunehmen, wird man höchstwahrscheinlich nicht automatisch gesünder durch ein geringeres Körpergewicht. Andersrum genauso: Ernährt man sich super gesund und achtet penibel auf jedes kleinste Detail, macht aber keinen Sport, wird man durch die gesunde Nahrung auch nicht automatisch einen Marathon rennen können.

Es bedingt sich eben aus meinen Erfahrungen heraus eine gegenseitige Wechselwirkung, eine zu abstrakte Betrachtung kann nicht funktionieren. Übrigens ist dies ein gutes Stichwort, denn oftmals ist genau dieser Punkt Grund zur hitzigen Diskussion. Viele „Ernährungsberater“, „Personal Trainer“, „Diäten“ etc. funktionieren oder haben Erfolg, weil eben immer eine punktuelle Betrachtungsweise gewählt wird und diese wunderbar funktioniert. Keiner wird euch versprechen, „In 20 Jahren seid ihr mit meiner Methode immer noch schlank, gesund und sportlich, wie in den kommenden 20 Wochen …“ (überspitzt behauptet).

Was möchte ich euch also hiermit auf den Weg geben? Klar kann man Kalorien quantitativ gleichsetzen, um für einen bestimmten Betrachtungszeitraum festgelegte Parameter zu haben. Auf der anderen Seite sollte man für die Optimierung weiter ins Detail gehen. Es ist nicht alles so, wie es auf den ersten Blick erscheint, genauso wenig wie der Burger auf dem Titelbild aus Fleisch besteht. Klar, es bleibt ein Burger, doch wenn man Salat, Brötchen und das Gemüse bei Seite schiebt, erkennt man den Gemüsebratling.

In diesem Sinne … macht euch Gedanken darüber, probiert es selbst aus und testet, was für euch individuell funktioniert, ich hoffe, euch hat der Artikel gefallen – lasst mir gerne eure Kommentare da, ich freue mich.

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