Ein wirklich spannendes Thema, vor allem wenn es darum geht, ein Bewusstsein für seine Ernährung zu schaffen. Ich werde häufig gefragt warum ich mein Essen tracke (engl. für aufzeichnen, zählen, nachvollziehen) und ob es sinnvoll ist, dies zu tun. Die Frage ist eigentlich auch schon ein Stück weit Antwort in sich – ob man darauf achtet, wie viel man zu sich nimmt, hängt davon ab, was man erreichen will.

Prinzipiell eines vorab: Hierbei geht es nicht um eine abgefahrene Art und Weise sich in die nächste Essstörung zu kicken, sondern eher darum, dass man ein gesundes Bewusstsein für seine Nahrung entwickelt. Oftmals hat man gar keine Ahnung, wie viele Kalorien sich z.B. in 100g Nudeln oder in einem Stück Schokolade befinden. Gerade in der Diät kann man sich damit schnell seinen Erfolg versauen und wundert sich, warum es nicht klappen mag. Daher sollte man diese Technik auch eher als Ernährungstagebuch verstehen, um auch nach ein paar Wochen nachvollziehen zu können, wie der eigene Körper funktioniert und worauf er reagiert.

Hier ist ein kleiner Auszug aus den häufigsten Fragen, die ich zu diesem Thema bekomme – sehr gerne seid ihr dazu eingeladen, mit mir in den Comments darüber zu diskutieren und/oder Fragen zu stellen.

Welches Programm benutzt Du?

Ich persönlich nutze die kostenlose App MyFitnessPal, es gibt aber auch andere vergleichbar gute Anbieter, wie z.B. FDDB oder CRON-O-METER. Alle Datenbanken nutzen das gleiche Prinzip, Lebensmittel nach den Makro- und Mikronährstoffen auflisten, sowie ihrem Kaloriengehalt. Man kann hier seine Mahlzeiten in einem persönlichen Bereich erfassen und so sehen, wie viele Kalorien man an einem Tag zu sich genommen hat. Gerade in Verbindung mit einem Fitness-Tracker kann das super funktionieren und man bekommt einen transparenten Einblick in das eigene Ernährungsverhalten.

Reicht es nicht, wenn ich „sauber“ oder „clean“ esse?

Jein – ich habe die Erfahrung gemacht, dass man sich bei einer „cleanen“ oder „sauberen“ Ernährung, also der Verzicht auf jegliche stark industriell verarbeitete Nahrung, Süßigkeiten, Fast-Food etc., genauso überfressen kann, wie bei jeder anderen Ernährungsweise. Ich sage bewusst überfressen, weil ich auch in diese Falle getappt bin. Natürlich ist volumenreiches Essen mit einer niedrigen Kaloriendichte (z.B. Salat, Gemüse …) viel gesünder als Pommes oder Schokolade, auf der anderen Seite muss man ein paar Dinge verstehen, um diese „Falle“ zu umschiffen. Es gibt zwar die ewige Diskussion darüber, ob Kalorien gleich Kalorien sind, im Speziellen dann, wenn es um „cleanes“ Essen vs. „normales“ Essen geht – ich hoffe, ihr könnt damit was anfangen. Ich weiger mich persönlich gegen diese Begrifflichkeiten, aber es ist nachvollziehbar, was man damit meint. Reis mit Brokkoli ist gesünder als ein Fastfood-Ketten Burger – hier besteht auch die Meinung, dass eben diese „saubere“ Kalorien nicht gleichwertig zu behandeln sind, wie die Kalorien aus einem Fastfood-Menü. Diesen Punkt werde ich separat nochmals aufgreifen, weil das ein bisschen zu sehr in die Ernährungslehre führen würde. Es ist aber ganz klar, dass man von einem Überschuss an Kalorien Fett ansetzen kann. Ob ich nun 5000 Kcal aus Gemüse oder Fastfood-Menüs ziehe, unterscheidet sich einzig allein in der Nahrungszusammensetzung und dem Volumen. Eher muss man sicher vorher übergeben, wenn man versucht, die Kalorien von Gemüse zu beziehen … Trotzdem ist der Gedanke, der gleiche, Überschuss bleibt Überschuss.

Um jetzt zum Anfang zurückzuspulen – darum ist es wichtig, dass man ein grundlegendes Verständnis dafür entwickelt, was man zu sich nimmt. Natürlich soll das nicht heißen, dass man ein schlechtes Gewissen bekommen sollte, wenn man viel Gemüse isst. Ganz im Gegenteil, der richtige Umgang mit ausgewählten Lebensmitteln ist essentiell für einen gesunden Körper.

Das dauert mir aber alles viel zu lange …

Auch ein Aspekt, der mir am Anfang meiner Tracking-Phase begegnet ist, man hat das Gefühl, alles zieht sich ewig. Aber auch hier – alles Gewohnheit. Wenn man die ersten Lebensmittel eingegeben hat, speichert das System diese ab und man kann sie bequem Tag für Tag wieder auswählen. Man isst ja auch de facto „immer wieder das Gleiche“, in einem bestimmten Rhythmus wiederholen sich bestimmte Gerichte und so ist auch die Erfassung kein Problem mehr, dranbleiben lohnt sich also!

Für wen ist das überhaupt geeignet?

Meiner Erfahrung nach ist das Kalorien zählen ein gutes Tool, um ein grundlegendes Verständnis zu Lebensmittel zu schaffen. Menschen, die in einer Diät sind oder z.B. Sportler, die Muskelaufbau betreiben möchten, sind hiermit gut bedient. Egal ob man sich im Kalorienüberschuss oder -defizit befindet, beide Richtungen können davon profitieren.

Gerade wenn man eine gesunde und ausgewogene Mischkost als Ernährungsweise vorzieht, hat man damit meiner Erfahrung nach den größten Erfolg.

Was habe ich davon? Irgendwelche Vorteile?

Definitiv ist es so, dass man nach einer gewissen Zeit die ungefähren Nährwerte eines Lebensmittels im Kopf hat und somit auch viel flexibler ist. Wenn man ein bestimmtes Ziel hat (Muskelaufbau oder Fettreduktion) kann man hier mit dieser Methode viel kontrollierter sich diesem Ziel annähern.

Diskutiert gerne mit mir oder stellt mir eure Fragen in den Comments, ich freue mich darauf!

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