Okay, sind wir mal ganz ehrlich – wer kennt es nicht? Einen anstrengenden Lauf hinter sich und den PR in der Tasche, freut man sich auf die nachfolgende Mahlzeit und/oder ein erfrischendes Bierchen. Gerade unter Läufern ist das kühle Blonde gerne gesehen, bei Marathon-Veranstaltungen sind nicht selten auch die ein oder anderen Brauereien unter den Sponsoren … doch wie sieht es eigentlich mit der Regeneration aus: hilft ein Bier oder ist es eher schädlich?

Es gibt unzählige Artikel in „Fachzeitschriften“, die sich mit dieser Thematik beschäftigen, doch meistens werden wesentliche Bestandteile außer Acht gelassen. Dieses polarisierende Thema kann oft auch fehlinterpretiert werden.
Zuerst einmal ist es wichtig zu wissen, warum Bier für uns überhaupt interessant ist, mal ganz doof: Bier = Kohlenhydrate. Somit ist es nicht verwunderlich, dass es uns nach einer anstrengenden Sport-Session schnelle Energie liefert. Es kann auch entzündungshemmend wirken (ich habe super wenig Studien dazu gefunden, genauer gesagt nur eine aus dem Jahr 2012) und somit zu einer schnelleren Regeneration beitragen, ABER: es handelt sich hierbei um alkoholfreies Bier.

Alkohol entzieht dem Körper Flüssigkeit, also wäre es ein wenig kontraproduktiv, ein „normales“ Bier zu konsumieren. Hierbei sollte man grundsätzlich immer die alkoholfreie Variante vorziehen. Aber jetzt mal langsam, ist es denn wirklich so schlimm und ausschlaggebend? Jeder Körper reagiert anders, daher kann man schlecht pauschalisieren. Aber sind wir mal ehrlich: Wenn man die 42 Kilometer (oder auch 21 oder 10 oder 5 …) laufen sollte, ist man grundsätzlich ausreichend hydriert und mit Flüssigkeit versorgt. Nicht nur am Tag des Rennens, sondern auch eine gute Woche davor, hydriert man sich im besten Falle optimal. Somit ist ein (alkoholhaltiges) Bier nach dem Lauf oder Training wohl nicht das Teufelszeug schlechthin. Auch aus der Praxis kann ich euch sagen, dass ein Bier nach ein paar Tausend verbrauchten Kilo-Kalorien nicht ins Gewicht fällt.

Aber was ist dem Stoffwechsel? Bremst Alkohol nicht den Metabolismus und verhindert einen optimalen Fettabbau? Die Frage ist ganz berechtigt, allerdings macht auch hier eine simple Gegenfrage durchaus Sinn: Wie gesund und on Point ist denn deine alltägliche Ernährung im Allgemeinen? Ganz aus dem Bauch heraus gesagt, ist es manchmal sehr fraglich, ob ein Bier jetzt so viel „kaputt“ macht oder nicht. Bei diesem Modell geht man davon aus, dass man 365 Tage auf maximaler Fettverbrennung läuft und dann nach einem Bier alles im Eimer ist. Ähnlich wie mit den Diäten oder Trainingsplänen.

Sicher ist es nicht das Beste, ein alkoholhaltiges Bier nach dem Sport zu trinken, wer auf Nummer Sicher gehen möchte, genehmigt sich einfach einen alkoholfreien, isotonischen Hopfen-Smoothie. Mit ein bisschen gesundem Menschenverstand merkt man aber auch sehr schnell, dass ein Bier nach dem Sport gleichbedeutend mit Genuss und Erholung sein kann und neue Motivation für das nächste Training schafft. Einfacht nicht übertreiben, alles in Maßen (nicht die Mengeneinheit!) genießen und dann läuft es auch mit den Erfolgen.

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