Der zweite Teil des Einsteiger Guides beschäftigt sich mit dem Laufen an sich. Wir haben uns in Teil 1 schon ausgiebig um die Frage nach dem richtigen Laufschuh gekümmert, nun soll es aber endlich an’s Eingemachte gehen. Ihr könnt gerne auch unter den jeweiligen Teilen eure Fragen stellen. Solltet ihr mit etwas unsicher sein oder vielleicht sogar eine Hilfestellung benötigen, jederzeit sehr gerne.

Schritt für Schritt

Bevor ihr Rekorde aufstellt und euch bei jedem Wetter in die Laufschuhe zwängt, solltet ihr vorher mal ein paar Runden mit euren neuen Schuhen gelaufen sein. Und ja, ich meine Laufen im natürlichen Sinne der Fortbewegung, nicht Rennen. Geht vielleicht für eine halbe Stunde bis Stunde raus in den Wald oder zieht die Schuhe an einem Casual Friday im Büro an. Ihr solltet auf alle Fälle das Material ein wenig einlaufen, bei sehr guten Schuhen ist das allerdings nicht immer notwendig, es schadet aber nichts, euren Schuh kennenzulernen. Bevor jetzt die erstem Comments in komische Richtungen abdriften, vergewissere ich euch, dass es sich hierbei nicht um einen überzogenen Hippie-Trend handelt, sondern von Vorteil sein kann. Jeder Schuh ist anders, somit sind verschiedene Materialien unterschiedlich beschaffen. Manchmal kratzt es an einer Stelle oder ihr bemerkt, dass sich der Schuh doch nicht so gut an den Fuß anpasst.
Wir springen an dieser Stelle nochmals gerne zu Teil 1 – genau deswegen ist eben eine gute Fachberatung so elementar wichtig. Klar kann man auch Glücksgriffe landen, aber auf lange Sicht, ist es wirklich so enorm wichtig, dass ich es gar nicht oft genug wiederholen kann.

Gehen wir mal davon aus, dass ihr einen super tollen Schuh ergattert habt, den ihr auch schon die ein oder andere Stunde eingelaufen habt. Nun wollt ihr endlich loslegen und seid motiviert, dann kann es nun auch losgehen. Egal wo ihr startet, es sollte langsam passieren, eure Sehnen und Gelenke sowie der ganze Stützapparat eures Körpers ist diese Art von Erschütterung noch nicht gewöhnt. Ich gehe jetzt mal davon aus, dass ihr noch nie in eurem Leben joggen wart (auch wenn das vielleicht ein wenig realitätsfern sein sollte, bediene ich mich diesem theoretischen Modell) und keine Ahnung habt, was ihr da tut. Es ist super wichtig, dass ihr mit kleinen Strecken anfangt und dabei solltet ihr wirklich euer Ego zuhause lassen! Jeder Schritt zählt und kann als Erfolg verbucht werden. Fangt bloß nicht damit an, irgendetwas zu erzwingen. Laufen ist und sollte auch eines der natürlichsten Dinge sein, die ihr in euren Alltag integrieren werdet. Wenn ihr aufgrund einer Verletzung kein Fußball mehr spielen könnt oder euch im Gym verletzt habt und daher kein Kreuzheben mehr ausführen könnt – ihr solltet die restlichen Jahre eures Lebens jeden Tag auf den Beinen stehen können. Hier wäre es enorm ungünstig, wenn man sich dauerhaft schädigt, daher macht langsam!

Rock it!

Auf einige Techniken werde ich noch eingehen, heute soll es nur darum gehen, wie ihr einen leichten Einstieg findet. Sucht euch keinen bestimmten Tag raus, sondern richtet euch eure Klamotten und Schuhe un wartet bis ihr wirklich Lust habt, anzufangen (Dies soll kein Freifahrschein sein ein Jahr lang zu warten, vielmehr meine ich damit, dass ihr innerhalb eines bestimmten kleinen Zeitraums, vielleicht 7 Tage,  euch spontan entscheiden könnt, wann ihr laufen geht). Habt ihr erstmal damit angefangen, ist es eh wie eine Sucht, solltet ihr dafür eine bestimmte Affinität haben. Verbindet möglichst viele positive Assoziationen mit der Laufeinheit, geht nicht bei strömenden Regen oder Eiseskälte hinaus, bei Rocky mag das vielleicht gut aussehen, aber es soll euch erstmal Spaß machen. Nehmt euch abwechselnd Laufen und Gehen vor, vielleicht 2 Minuten laufen, 2 Minuten entspanntes Gehen. Ihr merkt dann relativ schnell, wohin die Reise gehen wird, wie viel Kondition und Ausdauer ihr habt und wozu ihr fähig seid.

Akzeptiert das Scheitern

Laufen ist eine schöne Sportart, weil sie gnadenlos kritisch ist, keinerlei Spielraum für Schummeln – pure Selbstreflexion! Dass man anfänglich vielleicht schon sogar nach einer Minute leichtes Laufen außer Puste ist oder die Beine schmerzen sollte euch auf keinen Fall demotivieren. Es ist ganz normal, dass man immer wieder an seine Grenzen kommt und schneller zum Stehen kommt, als es einem lieb wäre. Lasst euch eines gesagt sein – es gehört dazu! Es bedeutet nicht, dass ihr heute etwas nicht geschafft habt, sondern gibt euch eher die Motivation und die Hausaufgaben für die nächste Trainingseinheit. Bleibt am Ball, denn es lohnt sich definitiv. Folgt einfach eurer Intuition, egal wie lang es dauern mag, im Endeffekt geht ihr euren eigenen Weg in eurer eigenen Geschwindigkeit und das ist auch gut so!

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