Man wird älter, man wird weiser, man wird ruhiger … Vielleicht mag das auf die Mehrheit der Menschen zutreffen, bei mir verhält es sich aber in Wahrheit so: Mann wird älter, Mann wird ideenreicher, Mann wird nie erwachsen. Die letzten paar Stunden vor meinem Geburtstag reflektiere ich, wie sehr ich meinen Mitmenschen mit meinem Geburtstagswahn auf die Nerven gehen kann.

Eigentlich könnte alles so schön und friedlich sein, der Geburtstag nähert sich mit großen Schritten und ich könnte gelassen sein, entspannt und mich einfach drauf freuen. Blenden wir mal das Optimalszenario aus und blicken der nackten Realität in`s Auge – selbst mit fast 29 Jährchen bin ich immer noch das Spielkind und habe sehr viel Freude daran, dies auch nach außen zu transportieren. Ich feiere nicht meinen Geburtstag, ich lasse mich sehr sehr gerne feiern. Und darin liegt auch das Problem, ich lasse keine Gelegenheit verstreichen, um jedem aber auch jedem – der es wissen will oder nicht – meinen Plan auf`s Auge zu drücken. Nicht immer ist das von Vorteil, vor allem dann, wenn man die eigene Planung aus den Händen gibt. Dazu kommt die alljährliche Selbstkritik, geplagt von Unsicherheiten, Falten und ein paar graue Haare mehr auf dem Kopf.

Eigentlich könnte es so schön sein, lässt man sich nicht all zu gerne die Stimmung von genau solchen Gedanken vermiesen. Persönlich habe ich damit kein Problem, das Älterwerden (hört sich komisch an, heißt doch aber so …?) ist ein Prozess, den ich gerne begrüße. Man lernt nie aus, von Tag zu Tag bekommt man ein Stückchen mehr Erfahrung dazu und kann sich ein paar Dinge mehr auf die Fahne schreiben. Wäre da nicht die unaufhaltsame Vorfreude, die mich förmlich zersprengt. Nur zu gerne stichelt man hier oder da, wenn es um das eigene Alter geht, man erinnert sich gerne an die eigenen Geburtstage in der Kindheit zurück. Kennt ihr das eigentlich auch? Jede Feier begann um Punkt 15:00 Uhr und endete meistens gegen 18:00 Uhr (für die Kinder und Mitfeiernden, die Eltern schalten aus eigener Erfahrung erst viel später ab).

Ich glaube, man sollte an solche Ereignisse festhalten, egal was es ist – sei es Weihnachten, Geburtstage, bestimmte Events … So lange man Freude an etwas hat und das über Jahre hinweg transportieren und immer wieder auf`s Neue sich dadurch begeistern kann, hat man nur gewonnen. Vielleicht ist es aber auch manchmal angebracht, seine eigene Vorfreude ein wenig zu zügeln und diese zu teilen, dann geht bestimmt auch nichts schief …

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