Gestern bin ich zum ersten Mal wieder seit langem eine längere Strecke gelaufen, was heißt seit längerem? Komisches Wort by the way, aber nun zur Antwort: Ein Jahr nach meinem Halbmarathon schnürte ich mir die Schuhe unter die Sohlen und lief knapp 10 Kilometer. Nicht wirklich sehr weit, aber für den Anfang mehr als ausreichend.

Die Hitze in diesen schwülen Sommertagen macht die Sache nicht einfacher, ganz im Gegenteil: Die obligatorische Wasserflasche ist Pflicht (nur gut, dass ich sie nicht dabei hatte …)! Es hat sich auch ehrlich gesagt mehr oder weniger so ergeben, ich bin einfach mal losgelaufen und schon in den ersten Schritten gemerkt, dass da noch mehr geht. Wie schon in den ersten beiden Blog`s erwähnt: Ich gehe eigentlich nur dann laufen, wenn ich Lust dazu habe. Es hat wohl schon seinen Grund wenn man mal nicht möchte oder merkt, dass es gerade nicht passt und damit meine ich auch nicht den notorischen Dauer-Schweinehund, der uns alles vermiesen möchte. Nein, eine Grundstruktur ist schon da, alle zwei bis drei Tage geht`s in den Wald, wenn ich vielleicht am dritten Tag merke, okay – heute nicht, dann eben am vierten.

Zusätzlich habe ich vor ein paar Wochen meine Ernährung umgestellt und vertraue auf pflanzliche Lebensmittel. Ich habe schon schnell gemerkt, dass die Regenerationszeit deutlich kürzer ist, als beim Konsum von tierischen Produkten. Ich möchte an dieser Stelle auch nochmal explizit erwähnen, dass ich kein Experte bin und auch gar keine Tipps geben möchte, jeder sollte für sich die Ernährungsform finden, die er bevorzugt. Persönlich kann ich nur sagen, dass aus meiner individuellen sportlichen Sicht eine vegetarische, bzw. rein pflanzliche Ernährung sehr viele Vorteile mit sich bringt. Ergänzend dazu fahre ich momentan eine besondere Diätform, das intermittierende Fasten. Wer es noch nicht kennt, kann sich hier schlau machen, letztendlich ist es kurzgesagt ein System mit abwechselnden Fasten- und Essenszeiten. Dabei sind die Zeitfenster unterschiedlich, ich bevorzuge die Variante 18/6 – also 18 Stunden fasten, 4 Stunden essen. Und hier kommen in 99% der Fälle immer die gleiche Frage: Muss ich 4 Stunden lang essen? Nein, es geht hier nur darum, innerhalb in einem 4-stündigen Zeitfenster die Kalorienmenge zu sich zu nehmen, die man eben individuell benötigt, um abzunehmen. Das bedeutet, dass man diese Menge in einer Stunde zu sich nehmen kann, in 3 oder eben auf 4 Stunden verteilt. Letztendlich zählt die Kalorienbilanz am Ende des Tages, respektive am Ende der Woche. Warum 4 Stunden und nicht 6 – ein Tag hat doch 24 Stunden? Richtig, aber man zieht einen gewissen Prozentsatz ab, damit der Körper nicht zu sehr belastet wird und auch noch rein theoretisch Zeit hat, die aufgenommene Nahrung zu verdauen und die Fastenperiode nicht durch den Metabolismus beinträchtigt wird. Hier gibt es jetzt tausend Varianten, wie man das Ganze angehen kann, wie diverse Auslegungen ihren eigenen Vorteil nutzen und noch vieles mehr. Wenn ihr also “Intermittierendes Fasting in Adaption an …” oder ähnliche Formen lest, werdet ihr schnell feststellen, dass jeder Koch sein eigenes Rezept hat.

Was sind nun die Vorteile dieser Diätform und warum nicht einfach weniger essen? Eigentlich bin ich überhaupt kein Freund davon, eine bestimmte Diät (im übertragenen Sinne, dieser Begriff wird ja schon mal schlichtweg falsch verwendet, Diät kommt aus dem griechischen und bezeichnet eher eine Lebensweise. Im heutigen Sprachgebrauch sind Diäten meist negativ behaftet oder verbalisieren eine Einschränkung zu der üblichen Ernährungsform.) durchzuziehen. Wenn man sich naturbelassen und sinnvoll ernährt, fallen die Phasen des Cuts (Fettreduktion) immer seltener an, bzw. nur zu speziellen Ereignissen (Fotoshootings, sportliche Events etc.). In meiner aktuellen Situation möchte ich jedoch Fett loswerden und gleichzeitig Fitness und Gesundheit steigern. Dazu kommt noch, dass der Sommer einen entscheidenden Vorteil mit sich bringt: Man hat nicht so sehr Hunger, wie in kälteren Jahreszeiten. Das Fastenfenster wird einfach auf den späten Abend/Nachts/Morgen bis Mittag gelegt, so dass man problemlos seine 18 Stunden gegen 12 Uhr Mittags schafft. Es würde an dieser Stelle zu sehr in`s Detail gehen, wenn ich jetzt vom anabolen und katabolen Zustand erzählen würde, warum Melatonin beim Schlafen besonders gefördert wird und wie sich der Hormonspiegel positiv synchronisiert. Wer daran Interesse hat, kann gerne in die Comments posten, ich werde dann in nächsten Ausgaben ausführlicher darauf zu sprechen kommen.

Ich habe euch mal eine Grafik herausgesucht, die Kollegen von DefenseNutrition haben das ganz übersichtlich dargestellt:

infographic-warrior-vs-paleo

Die Warrior Diet ist super mit dem intermittierenden Fasten kombinierbar, bzw. setzt es voraus. Adaptiv ist eine vegane Lebensweise hier auch kein Problem.

Wie schon gesagt – die Regenerationszeit ist erhöht, wo ich vor einem Jahr noch bei solchen Strecken noch zwei oder drei Tage Pause brauchte, könnte ich jetzt schon wieder los und das werde ich auch!

Bildquelle: DefenseNutrition.com

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