Die Menschen möchten sich immer besser ernähren, mittlerweile ist bei vielen ein regelrechter Wahn nach immer qualitativ hochwertigeren Lebensmitteln ausgebrochen. Die sogenannten “Superfoods” boomen nicht nur plakativ in der Werbung, sondern bringen auch manchmal (je nach Einkaufsvolumen) den Geldbeutel zum Platzen. Doch gibt es eigentlich auch kostengünstige Alternativen und können diese mit den gefeierten Lebensmitteln mithalten?

Ich habe mich mal auf die Suche begeben und möchte Dir einen kleinen Einblick in das Paralleluniversum der Superfoods bieten, vielmehr soll dieser Artikel aber auch dazu dienen, Dich zu sensibilisieren und achtsamer mit den Lebensmitteln umzugehen.

Vorneweg sollte ich aber eines klar stellen und unmissverständlich machen: Der Trend, sich  gesünder und bewusster zu ernähren, ganz gleich ob “teuer” oder “billig”, ist zu begrüßen. Es geht hier nicht darum, eine nachhaltig wohltuende Ernährungsweise zu kritisieren, sondern eher darum, über den Tellerrand zu schauen und sich nach günstigeren Alternativen umzuschauen, die ähnliche bis mindestens gleichwertig eine hohe Nährstoff-Dichte haben. Oftmals liest man einen Bericht in den Medien und hat danach gar keine Lust mehr, sich gesund zu ernähren, weil es entweder “teuer” erscheint oder kompliziert/aufwendig.

Ich möchte Dir heute ein wenig die Angst nehmen, vielleicht hast Du Dich mit diesem Thema noch gar nicht beschäftigt oder traust Dich nicht in den Bio-Markt. Vielen fehlt auch das Verständnis, was “Superfoods” denn eigentlich sind. Okay, Crahskurs: Der Ausdruck “Superfood” oder “Superfoods” bezeichnet Lebensmittel, die eine relativ höhere “Nährstoff-Dichte” haben, als andere Lebensmittel. Da gibt es dann noch mannigfaltige Abstufungen, je nach Nährstoff-Gruppe, Bedarf, Herkunft etc.

Eigentlich kannst Du Dir ganz schnell merken, dass Superfoods so super sind, weil sie ganz viel “Leben” beinhalten. Da Du bist, was Du isst, möchtest Du essen um zu leben und nicht essen, um zu sterben (um das jetzt mal ein bisschen melodramatisch und vereinfacht darzustellen). Oftmals werden dann eben diese “super tollen Lebensmittel” mit einem relativ hohen Preis belegt und dadurch versucht, die Wertigkeit, bzw. Preisbildung zu rechtfertigen.

Also, Augen auf beim Eierkauf, wie Du wahrscheinlich schon ableiten konntest, geht es uns um die Inhaltsstoffe. Wir möchten qualitativ hochwertige Nahrungsmittel, die so natürlich und unverarbeitet wie möglich sind. Dabei achten wir zudem auch darauf, dass sie in das Gesamternährungskonzept passen. Es bringt ja nichts, wenn man sich ausschließlich von “Superfoods” ernährt, es ist z.B. super wichtig die Balance zu halten (prominentes Beispiel ist die Omega-3-Fettsäure, viele Leute achten akribisch darauf, dass sie genügend Omega-3-Fettsäuren zu sich führen, vergessen aber auf das Verhältnis zu den Omega-6-Fettsäuren zu achten).

Diese etwas ausführlichere Herleitung war notwendig, damit Du verstehst, warum einerseits ein übertriebener Hype bestimmter Superfoods nicht sehr schlau ist, zum anderen soll es Dir helfen, autonomer zu entscheiden.

Wichtig: Ich möchte zudem nicht darauf eingehen, ob folgende Produkte für eine Diät “gut oder schlecht” sind, ob sie generell “gut oder schlecht” sind, ob es kontroverse Diskussionen dazu gibt oder nicht, mir geht es einzig und allein um Alternativen. Zudem gibt es bestimmt zahlreichere Alternativen, je nach Fokus der Inhaltsstoffe, aber ich denke, das erklärt sich von selbst.

  • Chia-Samen: Der “König der Superfoods”, kein anderes Produkt wurde so gehyped wie die Chia-Samen, sie enthalten super viele Mineralstoffe und Vitamine, Omega-3 und Omega-6 Fettsäuren, Eisen, Natrium, Kalium, viele Proteine … #leidergeil. Alternative: Regional und easy zu kaufen, Leinsamen!
  • Matcha-Pulver: Kennt man aus Hipster-Bars oder Szenecafes, eine einfache Alternative für die blutdrucksenkende Wirkung: Hagebutten- oder Löwenzahntee.
  • Goji-Beeren: Wer kennt sie nicht, in aller Munde und in fast jedem Smoothie, enthält viele Mineralstoffe und Vitamin C, Antioxidantien – eine kostengünstige Alternative hierzu wären zum Beispiel schwarze Johannisbeeren oder Sanddorn.
  • Quinoa: Das Getreide ist oftmals als Salat am kalten Buffet echt ein Renner, gepaart mit Tomaten, Paprika, Gurken o.Ä. kommt es ziemlich lecker, besonders bei einer Glutenunverträglichkeit ist es eine Alternative zu Weizenmehlprodukten. Hier wäre eine regionale und kostengünstigere Alternative meist Hirse.
  • Acai-Beeren: Exotisch und reizvoll, die Acai-Beeren haben bisher keine wissenschaftlich belegte Wirkung, allerdings kann man diese sehr gut günstig mit Heidelbeeren oder Blaubeeren ersetzen.

Dies war eine kleine Auswahl der Superfoods, die man super (Schenkelklopfer) auch günstiger bekommen kann. Letztendlich kommt es immer darauf an, auf welche Inhaltsstoffe Du besonders viel Wert legst und wie Du einen ausgewogenen Spagat in Deinem Ernährungskonzept herstellst.

Zum Schluss könnte man noch postulieren, dass die wahren Superfoods qualitativ hochwertig, saisonal, regional, nachhaltig, reich an wertvollen Inhaltsstoffen, so natürlich und unverarbeitet wie möglich und ethisch vertretbar sind.

Ich hoffe, Dir hat der kleine Exkurs Spaß gemacht und Du findest Dich beim nächsten Einkauf besser zwischen Goji-Beeren und Chia-Samen zurecht.

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