Ich bin leidenschaftlicher Zocker, schon mein Leben lang. Eigentlich kann man sagen, dass Monkey Island und Leisure Suit Larry (erklärt einiges) mich geprägt haben. Die Begeisterung für das Spielen an elektronischen Unterhaltungsmedien war schon früh fest in mir verankert. Lustigerweise durfte ich nie einen Gameboy besitzen, die Augen – so nach der Aussage meiner Eltern -würden darunter zu sehr leiden … mit Neun bekam ich eine Brille – danke Mama. Ich habe so ziemlich alles getestet und mitgenommen, was auf dem Markt war, doch seit einiger Zeit hyped mich nichts mehr wirklich. Ich möchte Dir heute einen kleinen Einblick in meine Gedankenwelt bieten und warum die Spieleindustrie endlich aufwachen sollte.

Ich sagte es eingangs ja bereits – viele Games waren in meiner Jugend prägend und haben das Genre revolutioniert. Ich denke da konkret an Half-Life, Quake, World of Warcraft, Tetris, Super Mario Bros, Zelda, Diablo, Halo, Monkey Island, Deponia, Wing Commander, EA Sports etc. Es gibt zahlreiche Archetypen, die einfach von null auf hundert überzeugten. Früher musstest Du noch in einen Store gehen und Dir ein Spiel kaufen. Selbst dann hat man es sich drei Mal überlegt, viele Games wurden gebrannt und wenn man sich ein Original-Spiel kaufte, hielt man es jahrelang in Ehren. Heutzutage kann man sich alles bequem am Release-Day downloaden, viele Publisher bieten Vorverkäufe an, um schön die Verkaufscharts zu penetrieren. Mittlerweile schwemmen DLCs den Markt, man muss teilweise (siehe BattleField 1) bestimmte Inhalte erst via Pay to Play freischalten … das Chaos nimmt kein Ende. Um es auf den Punkt zu bringen: Es gibt zu viele Klone da draußen, zu viele “es fühlt sich zwar ganz nice an, aber so richtig innovativ ist es nicht” Games. Natürlich bin ich mir bewusst, dass man das Rad nicht neu erfinden kann und eine gewisse Redundanz immer vorhanden sein wird, trotzdem wünsche ich mir mal wieder etwas Bahnbrechendes. Star Citizen war vor ein paar Jahren genau so ein Projekt, das ich mir immer wünschte. Von Blizzards “Titan” mal ganz zu schweigen …

Man kann natürlich verschiedene Meinungen zu dieser Thematik haben, trotzdem bin ich davon überzeugt, dass die Industrie endlich aufwachen sollte und erkennen muss, dass es nicht mehr ausreicht, nur ein “nettes” Game zu releasen. In keiner anderen Branche sind die Zielgruppenabgrenzungen so fließend wie beim Gaming. Ob Schleifer oder Schüler – jeder zockt irgendwas, daher entsteht auch oftmals eine große Verbundenheit, Alter, Herkunft, Religion etc. spielen keine Rolle mehr. Das Gaming tut wirklich extrem viel für ein kollektives Miteinander und gleichermaßen ruhen sich die Hersteller darauf aus. Path of Exile ist ein super Beispiel, wie ein Underground-Studio ein Genre aufmischen könnte, ich habe keinen Bock mehr, den iggsten (Lautschrit) Klon zu spielen.

Das ist unter anderem auch der Grund, weshalb mich kompetitive Spiel mehr reizen, als Story-Games. Sicherlich gibt es richtige Kracher, ich denke da an The Last oft Us oder Life is Strange, für viele ist das die Erfüllung ihrer Träume. Ich sehe einfach nur die Gefahr, dass die Entwickler sich zu sehr auf ihrer Position ausruhen, wo bleiben die wirklichen Blockbuster und nicht austauschbares Wegwerfprodukt. Befinden wir uns in eine Zeitalter, in dem wir nur noch Convenient-Nahrung auf dem Bildschirm präsentiert bekommen?

Ich würde mich über eure Meinung freuen, wie seht ihr das? Schreibt mir doch mal in die Comments, ich freue mich auf eine rege Diskussion.

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